Der Weinbau ist seit jeher eng mit der Natur verbunden. Witterung, Boden und Klima prägen Jahr für Jahr den Charakter der Weine. Gleichzeitig stehen Winzer heute vor neuen Herausforderungen: Klimaveränderungen, zunehmender Krankheitsdruck und der Wunsch nach noch nachhaltigerer Bewirtschaftung rücken stärker in den Fokus. Eine vielversprechende Antwort darauf sind sogenannte pilzwiderstandsfähige Rebsorten, kurz PIWI-Rebsorten.
Sie ermöglichen es Winzerinnen und Winzern, qualitativ hochwertige Weine zu erzeugen und gleichzeitig den Pflanzenschutzaufwand deutlich zu reduzieren. Auch im Weinviertel gewinnen diese Sorten zunehmend an Bedeutung.
PIWI-Rebsorten sind moderne Züchtungen, die eine erhöhte natürliche Widerstandskraft gegen die wichtigsten Pilzkrankheiten im Weinbau besitzen. Dazu zählen vor allem Echter Mehltau und Falscher Mehltau, zwei Krankheiten, die Reben in feuchten Jahren stark belasten können.
Um diese Widerstandsfähigkeit zu erreichen, werden klassische Ertragsrebsorten mit sehr widerstandsfähigen Sorten amerikanischer oder amerikanischer Herkunft gekreuzt. Ziel ist es, die positiven Eigenschaften beider Welten zu verbinden: die hochwertige Weinqualität der europäischen Rebe und die natürliche Widerstandskraft anderer Rebenarten. Wichtig dabei zu erwähnen ist, dass PIWI-Reben keine gentechnisch veränderten Pflanzen sind, sondern das Ergebnis klassischer Rebzüchtung.
Die besondere Stärke pilzwiderstandsfähiger Rebsorten liegt in ihrer Robustheit im Weingarten. Dadurch lassen sich Pflanzenschutzmaßnahmen deutlich reduzieren. Das bringt mehrere Vorteile für Umwelt und Bewirtschaftung.
Zu den wichtigsten Vorteilen zählen:
weniger Pflanzenschutzbehandlungen im Jahresverlauf
geringere Anzahl an Traktorfahrten im Weingarten
reduzierter Energie- und Treibstoffverbrauch
Schonung von Böden, Mikroorganismen und Nützlingen
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Rebzüchtung stark weiterentwickelt. Moderne PIWI-Rebsorten liefern heute qualitativ hochwertige und charaktervolle Weine mit klare Aromatik, präzise Frucht und gute Struktur. Einige interessante Beispiele sind auch in Österreich zunehmend verbreitet.
Bei den Weißweinsorten zählen unter anderem dazu:
Blütenmuskateller, eine sehr aromatische Sorte mit floralen Noten und feiner Muskatwürze
Donauriesling, eine elegante Sorte mit frischer Frucht und lebendiger Säure
Muscaris, bekannt für intensive Muskat- und Zitrusaromen
Solaris, eine frühreifende Sorte mit kräftiger Struktur und exotischer Frucht
Sauvignon Gris, der mit einer würzigen Aromatik und frischer Stilistik überzeugt
Auch im Rotweinbereich gibt es interessante PIWI-Sorten:
Roesler, der tiefdunkle, strukturierte Rotweine mit kräftiger Beerenfrucht und gutem Lagerpotenzial hervorbringt
Regent, eine verbreitete PIWI-Rotweinsorte mit intensiver Farbe, weicher Tanninstruktur und fruchtbetonter Stilistik
Ráthay, eine österreichische Züchtung mit kräftiger Farbe, würziger Aromatik und guter Struktur
Am Weingut haben pilzwiderstandsfähige Rebsorten bereits seit vielen Jahren einen festen Platz. Schon im Jahr 2004 wurde mit Roesler die erste PIWI-Sorte ausgepflanzt – damals noch als bewusster Schritt in Richtung zukunftsorientierter und nachhaltiger Weinbau.
Inzwischen wachsen auf rund 2 Hektar Rebfläche drei pilzwiderstandsfähige Rebsorten: Roesler, Donauriesling und Blütenmuskateller. Alle drei Sorten werden bewusst reinsortig ausgebaut, um ihren jeweiligen Charakter und ihre typischen Aromen klar zur Geltung zu bringen. So entstehen eigenständige Weine mit unverwechselbarem Profil.
Die tiefdunkle, intensiv violette Rotweinsorte Roesler wird am Weingut konsequent als Reserve ausgebaut und erhält durch die Lagerung im Holzfass zusätzliche Struktur, Tiefe und Reifepotenzial. Die Kombination aus kräftiger Frucht, stabiler Tanninstruktur und Fassreife ergibt einen charaktervollen Rotwein mit ausgeprägter Persönlichkeit.
Dass sich die kontinuierliche Arbeit mit PIWI-Rebsorten auch qualitativ bezahlt macht, zeigen die Erfolge der letzten Jahre. Besonders hervorzuheben sind:
Diese Auszeichnungen unterstreichen, dass pilzwiderstandsfähige Rebsorten nicht nur einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem Weinbau leisten, sondern auch Weine auf sehr hohem Qualitätsniveau hervorbringen können.
Gerald Fürnkranz
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